Laibach d[en] 21t Juny ‘836.

Liebenswürdigster Herr Schwigersohn! und beste Frau Tochter!

Obschon ich daß liebe volle Schreiben von 12te dies bereits beantwortet habe, und noch keins gegenseitig erhalten habe \ so wihl ich denoch daß fleissige Schreiben nicht unterbrechen \ ––

Ich hette gerne auch Brief von Wien erhalten \ wenn eigentlich die abreiße Jene machen werden

\ es wurde mir berichtet zwieschen 20ten aber dem eigentlichen Tag wohlen Sie mir noch berichten \ dieser Brief mag wuhl schon nache gegen Laibach unterwegs sein \ wen Selbe nicht noch dem König vonn Neapel, und Prinzen von Salerno aldort erwarten wohlen, welche am 20t in Wien eintrefen sollen \

Die berichte von Kaltenbrun sind noch ihmer die besten, und zu sagen dermahlen sehr Ordentlichen, alles wendet seinen besten Fleiß an, um sich Meritten zu machen \ der Gärtner wirdt sich dem grösten beyfahl erwerben \ er hatt keinen schlechten gusto[.] //2

Selbst der bestelte Haushofmeister, wohlte nicht allen nachstehen, und hatt eine neue Locomotif Maschine geordnet mitlst einer nach Engleiher Arth erfundenen Wasserleittungs Pistolle mit blechrohr versehen, welche daß Wasser bedeitend höcher steigen läß in einen zoll diken streung, auf alle beliebige seitten mütlst schmallen Rindeln ausdienen breteln, welche müs an daß andere untersezt werden, durch 10 oder 12 der[l]ey Rindeln würdt der grosse garten zimlih gutt könen bewessert werden könen \ weillen alles was neu gemacht würdt grosse bedeitende Nahmen erhaltet \ so muß obiges auch wichtigen Nahmen haben, ich und Lukas haben ein Krumes Scheitl holtz gebort, und ein geletetes altes Röhrel hieran gestekt, und so wird die Leittung geführt in einen Tag zimermans arbeith mit denen schwachen Rindeln gekostet haben \ – allein heier751 Regnet es Gott lob schon zimlich oft \

–– dahero stehet in feldern alles Seegensvoll \ //3

Was unsere Neugkeiten belanget \ so sind solche nicht gerade die besten, weillen sich durch einige Tage doch schon mehrere Sterbfelle ereignet haben \ –– Was man zum theil der ungesunden Luft zuschreiben wohlte, einige vermeinen, es könten Colera anfelln sein \ weillen es sich bey denen gemeinern bedürftigen Menschen meistens zeiget, und Jenner betrieft die grosse Sorgen, Mangel an gutten Nahrhaften Kost, wahrscheinlich auch zu vieles Grünzeig752 Essen, Saalat und dergleichen, sind anderley, doch schon mehre gestorben, dem Moschina sein Weib, Er selbst hat sich mit zu grosser Arbeith mit ein Wagen Kläe753 aufladung zusehr erhiezt, und hierauf wahrscheinlich erküchlt

\ ist auch gestorben. – Der Capretz in Hauß754 hatt in Samstag nach Mitag sein Sohn bestraft, hatt abweichen bekommen, Sontags ist der Dtr Socklitsch zu ihme gerufen worden und gegen Acht Uhr abents ist er schon gestorben freilich nuhr Noth[,] Kummer und Elend wegen zu geringen Nahruns Verdinst \ //4

Ein gleiches ist leider der Frau Allbrogetin755 wiederfahren \ ich ging Sammstag mit ihr aus der Kürchen, wo ich Sie grüßte, und Sie mir dankte, diese würd mehr von einen Schlage getrofen worden sein756 \ Um welche grote Frau mir Leid ist \ die alte Samassin solle auch nuhr an einen Schlagflusse gestorben sein \ wie ist schon bereits gemmelde.

Die leitte haben ausderley um stenden bedeunde furcht, und diese ist gerade höchst Nachteilig für die standhafte gesundheit. Gestern hatten wir starkes Wetter daß hatt die Luft gutt ger[e]inigt, dahero wirdt es auch schon besser. Als hielfs Mitel nimt mann Camilen, aufgessotten hierzu Lomoni Saft; und etwas baum öhll Gleich eingegeben \ und in beth bleiben soll gutte würkung haben, ist aus Triest mit geth[ei]lt worden \ //5

Nun habe ich die hiesige Verhältnüsse in etwas geschieldert \ Es wierd alle Vorsicht gebraucht, um die Menschen von grossen Schröken, und Furcht zu bewahren \ von bedeutenden Sterbefellen \ sind nuhr {Eigenst} wenige \ zum Theil ist es ein glück daß Ihr lieben von der hier bedrohenden furcht, durch die Abwesenheit befreit seith;757 bis zur glücklichen wüderkehr wirdt alles in besten ordung und gesundheith wieder sein \ ––

Mein bestes und grösstes Vertrauen ist nuhr Gott allein \ ohne dessen abhülfe wirdt uns stetz bestens beschiezen, lauth dem 90. Psalm \ es könen sich mancherley übel oft ereignen \ allein der Allmächtige stehet denen stetz bey, welche wahres Vertrauen zu Ihme haben \ dahero Lebe ich ohne aller Furcht \ wie es sich zeiget, so wirdt durch die //6 bereits gereinigte Luft auch schon zimmlich wieder alles in gutter ordung sein \ Früer sind paar Sterbfelle vor gekommen \ demnach machet Euch keine {Unitze} besorgniß, es könte durch Jemand was Unwahres, oder übertriebenes berichtet werden\ so ist dem Jenigen nicht zuglauben. ––

Nun lebet beyde im Abhuth des allmechtigen, ich Küsse Euch beyde Herzlich in gedennken.

Grüsse habe wie gewenlich besonders von der Frau v Galle Langusischen[,] Wagnerisch und allen von Kaltenbrun[,] Verharre als Aufrichtigster

Vater Franz Zeschko

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