Meine theure Josephine!

Dankbar erkenne ich Deine zärtliche Schwesterliebe, die mir täglich einige Zeilen zu meiner Erheiterung und Freude zu sendet und mir so wenigstens zum theil die Abwesenheit von Dir erleichtert, die durch den zwar wohlthätigen anhaltenden Regen veranlaßt wird. Du bist so sorgfältig Dich schon zweimahl nach meiner Gesundheit zu erkundigen, die hat sich mit der kühlern Luft auch gebessert, und wird sich volkommen einstellen sobald ich wieder zu Dir komme.

Durch den Micha erhälst Du das weiße Kleid, welches ich um es vor Nässe zu schützen in Wichsleinwand wikelte. Wüste ich das es Nachmitag nicht regente, so würde ich mir wohl selbst das Vergnügen gemacht haben Dir dieses schöne Kleid zu überreichen, um Zeuge von der Freude zu sein, welches es Dir verursachen wird. Es wirklich sehr, sehr hübsch!

Fontana läßt Dich grüßen und küssen, es hat ihr leid gethan Dich nicht gesehen zu haben, jedoch wird Sie vieleicht noch hier verweilen wegen schlechten Wetter und der Geschwulst der Pepi. //2

Ich hätte Dir noch gerne viel geschrieben, jedoch der Micha warten mit den Pferden vor dem Gewölbe, daher lebe recht wohl meine innigstgeliebte Schwester bis wir uns sehen.

Dein Bruder

Valentin

 Von Vatern Gruß und Kuß.

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