Laibach am 22. August 1852 

Lieber Terpinz! 

Gestern erhielt ich Deine geschätzte Zuschrift von 20. dies mit einigen Notizen für die Fabrick & Einschluß der Schwester, ich ersehe daraus daß es Euch gut gehet und unterhaltet, und daß das Wassertrinken heuer bessere Wirkung macht als die Bäder. Ich freue mich schon sehr auf Eure Rückkunft, die diesmahl nicht so lange fern ist als andere Jahr. Eure Gesellschaft ist mir zur Nothwendigkeit geworden, und wen ich mich in der Sommerzeit derselben auch nur vorübergehend auf kurze Zeit erfreue, so gehören diese Stunden doch immerhin zu den angenehmsten, die mich doch zumtheil aus meinen sorgenvollen Familien Leben entziehen.

Auch unsere Fabrick maht mir oft viel Nachdenken der großen Capitalien halber die wir darain gesetzt haben, und mancher andern Nebensachen halber die unabweislich im Gefolge desselben sind. Gerne bitte und wiedme ich meine ganze Thätigkeit diesem Geschäfte, doch in wieferne ich dadurch für die Folge meiner Familie nütze weis Gott und wird die Zukunft zeugen, jedenfals bleibt es eine schwehre Aufgabe für mich das jetzige Verhältniß hinsichtlich der Ausbieldung die ich meinen Knaben zu geben habe. –––––––––––––––––

Die heurige Billanz dürfte ziemlich den Nutzen vom vorigen Jahr gleich kommen, nach oberflächlicher beiläufiger Zusammenstellung des Lenard beim Papier circa ƒ 25/m bei der Ohleray ƒ 12/m.

Letzterer Tagen hatten wir wiederhohlte Anfragen auf Öhl[.] Von Triest wurden uns für 1000 Zent[en] ƒ 28 gebothen für 8br 9ber lieferbar, aus Gratz eine Anfrage auf 400 % für die wir loco hier ƒ 27 verlangten, aus Wien bekammen mir wir eine difinitive Bestellung auf 500 % loco Laibach zu ƒ 26, die wir zurück gewiesen haben, aus Botzen wurden telegrafisch bestelt 70 % aus Gratz von //2 50 % für die Gasbeleuchtung, auch außerdem noch andere Anfragen, es ich augenblicklich ein größer Lärm in diesen Artikel, Pesterkaufleute hatten sogar Öhl in Prag angekauft, ich glaube die hohen Oliven Öhlpreisen tragen mehr als selbst der hohere Preiß des Repssammens zum Steigen des Repsöhles bei, doch dürfte dieser Schwiendel sich legen, obwohl auch H. Kohen aus Sezegin uns schreibt das gegenwärtig an keinen weitern Ankauf zu denken ist. –––– Auch heuer bewährt es sich wie noch aljährig daß die anfänglichen Einkaufe die besten sind.

Von einen Papierhändler aus Temeswar haben wir gestern auch die Anfrage erhalten ob wir ihm zu den Preisen als wir der dortigen Fina[n]zbehörde die Papierlieferung gemacht haben, ihm weitere 5 % Nachlas einräumen, in diesen Fall würde eine Bestellung von 10 000 Ries1361 machen, da er von jeher die ganze dortige Gegend mit allen Papier versorgt hat, doch dürften wir keine direkten Lieferungen mehr dahin machen. Morgen werden wir ihm diesfals antworten und ihm nach unsern gedruckten Preiskurant 10 % nachlassen loco Laibach, was zwar theurer komt als seine obige Anforderung, indessen dürfte er doch vieleicht eingehen.

Kohen avisirte uns einen Schlepper bereits mit circa 3000 Metzen abgesand zu haben, wir treffen Anstalten mittelst 2 Schiefen solchen abzuhohlen.

Schallowetz ersuchte mich bei seinen letzten Zusammentreffen sehr dringend vor allen um baldige Herstellung eines Gesteges1362 (es war gerade regnerisch und die Strasse zwischen der alten und neuen Fabrik sehr kottig) ich vorderte daher H. Paik nochmahls auf, alsogleich die Aufnahme und Überschlag //3 des Gesteges uns vorzulegen, doch werde ich mit dem Abschluß desselben bis zu Deiner Rückkunft abwarten.

Heute sagte mir H. Langer das er hörte das H. Rachoy die Niederlage einer Papierfabrick übernehmen und eröfnen werde, wuste mir jedoch nicht zu sagen von wem. Ich glaube kaum zu irren das vieleicht H. Dor Neumann sich gleich in diesen Punkt rächen wird wollen. ––––––

Schallowetz schlagte mir kürzlich auch vor die Papier Niederlage als auch der Hadereinkauf in eingene Regie zu nehmen, wäre wie ich glaube in Ausführung zu bringen. Heute war große Abschieds Tafel in Thiergarten da H. Neumann erst heute von hier abgehet, auch H. Schallowetz war dabei. H. Bischof wird nach seiner Gewohnheit mit Einladungen [et] Fettirungen H. Schallowetz trachten für sich zu gewinnen, doch auf wie lange ist die Frage? immerhin wäre es fatal wen er seinen Einflüssen zu viel folgen solte.

Nach Aussage Dor Koss sind neuerlich alte Gänge mit Schachten aufgedeckt worden mit reichhaltigen Erzen allerseits, folglich wirklich ein 2tes Californien.1363

Tautsher war auf Bereisung unserer Hofnungsbauten, und ist heute Nachmittags rückgekehrt. In Widerga1364 bei den Stollen an der Wiese sind sie endlich auf die Steinkohl gekommen die aber leider nur 2 Schuch Mächtigkeit hat, daher wohl kaum sich lohnen wird des Fortbaues, in Sagor wie gesagt ist noch sehr wenig geroben worden. In Watsch von wo die Bleyerze sind, fand Tautscher durch eigene Überzeugung daß solche am Tage liegen an 3 Punkten, es gefiel ihm das Ganze sehr gut //4 und er hat die besten Hofnungen für diese Bleyauffindung und beordnete 2 Mann aldort zu arbeiten, er hoft aldort das verworfene Geld bei den Steinkohlen bald eingebrachter zu bekommen.

Dein Maier Mathia war heute bei mir, durch Fabriotti bekam er ƒ 30 für diverse Zahlungen. Er läßt Dir sagen das das Korn sich besonders gut ausgiebig dresche und sonst auch alles in Ordnung ist. Seit Ihr fort seid war noch Niemand von uns in Kaltenbrunn, vieleicht geschiehet es in dieser Woche. Deine allgemeine Zeitung fehlt schon wieder durch mehrere Tage, und es wurde vom hiesigen Postamt schon diesfals geschrieben.

Bei uns ist alles gesund, die Großmutter erwartet schon kaum den Julius entgegen zu gehen. ––– Heute war in Knapusche nicht die beantragte Kirchenfaier weil der Pfarer in St. Katharina das Amt für den Kaiser lesen mußte. Nun ich Dir größentheils das Ergebniß wären1365 Deiner Abwesenheit mitgetheilt habe, bleibt mir nichts übrig als Euch die Fortsetzung eines guten warmen Wetters anzuwünschen und mir Eurer Liebe, der ich mich in freundlicher Erinnerung bestens empfehle und mit brüderlicher Umarmung verbleibe Euer unverähnderlich anhänglicher

ValZesckho 

NB. Die letzten Nottirengen des Geschäftsberichtes für Räpsöhl von Wien sind ƒ 25 von

Pest           ƒ 23 zu welchen Preisen mehrere Abschlüsse gemacht wurden.

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