Laibach am 12. Juny 1856. 

Lieber Fidelis! 

Ich habe Dir bereits nach Dresden geschrieben in der Meinung den Schluß der Corespondenz damit zu schließen, da ich aber heute Eure neuerliche schätzbare Zuschrieften von 8te aus Paris erhalten habe, so vermuthe daß Eure Rückkehr nach Dresden spähter erfolgen dürfte, daher noch wenige Zeile dahin sende. ––––

Vor allem hat es mich recht sehr gefreut zu hören, daß Dein Stier die 2t Premie mit 600 fr. erhalten hat, Du dieses Geld samt Erläs des Stieres für Ankauf 2er vorzüglichen Kuhsorten samt Stierkalbitzen verwenden willst, wozu ich Dir den allerbesten Erfolg seinerzeit für hier wünsche daher auch eine klückliche entsprechende Wahl dafür aldort Hauptbedingung ist, was jedenfals einem Terno gleichkomt. Ich habe die Auszeichung die Deinem Stier zugekommen H. Dor Bleiweiss sogleich bekant gegeben, der bereits Deine Reise nach Paris in der Novitze bekannt gegeben und nun noch das Weitere darüber in diesen Blatt gehörig aufbutzen1383 wird. ––

Sehr unlieb ist mir zu hören das unsere Briefe in Paris wegen nicht deutlicher Adresse so lange rückgehalten wurden, ich glaube kaum das ich über das T ein Strich gemacht haben sollte, um selbes zu einen F zu stämpeln, wenigsten solte dieser Fehler nicht auf allen 3 Briefen vorkommen. //2

Wetternek1384 schreibt uns heute daß er einverstanden ist, das Köchlin alein die Turbine aufstelt, hat auch unserer Aufvorderung was eine Bremse zur Abrobirung der Turbine wilfahren und wird selbe anher einsenden, um sodan selbst zur Ablegung der Probe alhier zu erscheinen, was ungefähr von heute in 4 Wochen geschehen kann da wir noch früher das Gefluder herstellen müssen.

Ernestine sieht nun besser aus als vor den Fieber, ich habe Ihr heute das Vergnügen gewährt mit ihren Freundinnen den ganzen Tag in Kaltenbrun zuzubringen, wozu das Wetter sehr günstig ist. Überhaubt haben wir seit Eurer Abreise fast gar keinen Regen gehabt, und schon förmliche Sommerhitze. Die Witterung soll auch den Getreide in Ungarn nachtheilt gebracht haben, infolge dessen hier bereits solches um ƒ 1.– an Preise gestiegen ist, doch stehen die Saaten in Krain sämtlich sehr schön.

Am Morast an der Bahnlinie haben neuerliche Senkungen stat gefunden, leider auch an der gewölbten amerikanischen Brücke über das alte Flußbeet,1385 welche nun gänzlich abgetragen werden soll! –––– Emma ist noch immer gleich leidend, kann oder wil die Augen nicht öfnen und verdeckt selbe sorgsam vor der Tageslichte, und liegt meist mit dem Gesicht am Polster. Es wünsche Euch allerseits eine recht angenehme Rückreise Euer

ValZeschko 

P.S. An Familie Langus & Milli innig liebender recht herzliche Grüsse.

//3 Nachschrieft. Hast Du Zeit[,] so gehe in die Papier Niederlage des Tode in Dresden um eine Einlaßkarte an seine Fabrick zu erhalten, und fahre mit den Langusischen in das Tarantthal1386 (ich glaube kaum das es der Plaunische Grund1387 heißen soll) diese Partie ist sehr romantisch [et] reizend, kan ich ½ Tag ganz leicht gemacht werden, und die Fabrick immerhin auch sehenswerth, außerdem auch sonst viel Industrie in diesem Thall.

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