Hochwohlgeborne Höchgeehrte Frau!

Ihr Wohlwollen, Ihre Gütte u Huld, die Sie mir geehrte Frau erkennen laßen, giebt mir keine Ruhe, Ihnen aus der Fülle meines Herzens den höchsten inigsten Dank zu zollen. Ich bin wirklich in Verlegenheit, indem ich so wenig aufzuweisen habe, wodurch ich mir Ihre so werthe

Freundschaft erworben? –– Schon dieß befördert meine irdische Glückselligkeit! um wie viel mehr, um wie viel höher erst, die Realisir[un]g meiner einzigen höchsten Wünsche, durch wohl Sie mir Ihr höchstes kleines Ihr schönstes Eigenthum, anvertrauen wollen. O, könte ich Ihnen die //2 süße Empfindung, die ich gerade jetzt empfinde, deutlich ganz schildern. Mein Geist ist denoch dabey mit dem Gedanken beschäftiget, ob ich den wirklih, Ihr so liebenswürdiges Eigenthum, welches Sie so sorgfältig erzogen und zur Vollkommenheit Ihres Geschlecht bildeten, verdiene? –– leider kann ich mir nach meinen Beurtheilung dieß nicht gleich mit dem Wörthen, ja beantworten, –

doch behalte ich mir dieß für ferner vor, wo ich stets trachte was werde durch Uberzeugung, meiner Handlung in der Möglichkeit deßen nachzukommen. Ich finde mich stark ganz allen bevorstehenden Schwierigkeiten zu trotzen, den das mähtige wahre reine Gefühl ist mein Wegweiser //3 zu der höchsten Glückselligheit. Mein Bestreben wird stets nur dahin gerichtet, so viel als möglich die Wünsche u Zufriedenheit aller zu erwerben – freylich giebt es hin u wieder, was in menschlichen Leben nicht abzuändern ist, in allen Unternehmu[n]gn Schwierigkeitn u Hinder-

niße, – doch habe ich dabey die feste Beruhigung, daß ich dennoch nach volkommen Willen den Ältern handle; welches das hohe Glück mit noch höhern Werthe krönnt.

Ich küße Ihnen Achtungsvoll die Händle, u bitte ferners um Ihre Huld u Gnade.

 

Ihr gehorsamst ergebenster

  1. T.

am 6t May 825.

An Ihr H. Gemahl meine ergebenste Empfehlu[n]g.

 

© 2016 Zgodovinski arhiv Ljubljana. Vse pravice pridržane.

Prilagoditev pisave