Wohlgeborenen Herr!

 

Sie werden wohl staunen, wieder ein Schreiben von mir zu erhalten, –– allein niemand kann mich, von der quällenden Ungewißheit, in der ich, sowohl meines als auch Ihres Briefes wegen bin, –– befreyen, als sie allein. –––

Ich habe vorigen Monath, den 19. einen Brief erhalten, der mit Ihrem Nahmen unterzeichnet war, den ich auch gleich den 22. darauf, beantwortete, – in der Sichern Meinung, von Ihnen die Bestättigung des richtigen Empfanges, bald zu erhalten. –– Da dieses aber so lange nicht geschieht, so habe ich gegründete Ursache zu befürchten (da ich nicht das //2 Vergnügen habe, Ihre Schrift zu

kennen) daß Sie vielleicht von jenem Briefe, gar nichts wissen, und er von jemand anderm, Gott weiß in welcher Absicht, – mag geschrieben worden sein; –– oder, daß Sie meine Antwort nicht erhalten haben. ––

Sey es, das eine oder das andere, so ist diese Ungewißheit für mich auf jeden Fall unerträglich, und ich bitte Sie, mich so bald als möglich, von allen diesen bangen Zweifeln zu erlösen.

 

Josephine Z

Laibach den 7. April

1825.

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