Neuhaus den 20. Juny:1828

Zur Beschämung unserer jungen H. Ehemänner hat heute meine Mutter einen Brief erhalten, während wir, Fr. v. Schanta, Weber, Martinack, meine allerhochst eigene Persson nicht abgerechnet, –– nichts erhielten, wir wunderten und alle, daß die alten H. fleißiger und galanter seid als die Jungen. – Doch das allgemeine Schicksall tröstet sowohl mich als meine Leidens-Gefährtinen. –– –– – –

Hier geht es uns gut, daß es bis jezt lebhaft zugienge, daß könnte ich nicht sagen, ausser dem ersten Tage, wo Musick hier war, es wurd aber doch auf nicht getanzt, es hatte auch niemand Zeit dazu, da alles noch mit dem Auspacksten beschäftig war.

Es sind viele Gäste hier, bey der ersten //2 Tafel sind immer zu 50 Perssonen, die Familie Kogel, Primitz und wir sitzen zusammen.

Ich kann Dir sagen, daß ich ein wärmeres Baad, wie dieses hier, schwerlich ertragen könnte, ich suche stets den kühlsten Ort; Als ich das erstemahl hienein kamm, war ich äußerst ängstlich, jezt möchte ich schon tanzen im Wasser, die Zeit die ich im Wasser zuzubringen habe, wird mir immer zu kurz, so gerne bin ich darin.

Die gewöhnlichen Folgen bey Anfang des Baadens fühle auch ich, Mattigkeit und Durst, bisher aber noch keinen Appetit. Reumatische Schmerzen in den Zähnen und Kopf, machen mich manchmahl mißmuthig, doch hoffe ich das Baad werde mich bald curiren.

Liber Fidelio, sey nicht böse daß ich Dich nochmahl um ein Kleid ersuche, nun ist es so warm, daß ich nothwendig //3 ein recht warmes Kleid brauche, das Barege369 Kleid, welches mit Violet und gelben Atlas gepuzt ist, verpacke schön in eine Schachtel, und laß sie mit Wachsleinwand überbinden, suche sie dann nur bis an den Mesner in Cilli zu bringen, schreibe ihm aber auch, daß er sie gleich hieher zu schicken hat, was er leicht thun kann, da jeden Morgen, jemand von Cilli komt mit Kipfeln, Zugleich lege Du noch meinen schwarzen Schleier, der in meinen Kasten ligt, dazu, für die Rükreise, falls es wieder so stauben sollte, als bey der (H)ie[r]herreise. Schicke mir aber gewiß daß Kleid ich brauche es nothwendig, sey so gut es selbst im Kleiderkasten auszusuchen, denn die Miza kennt es nicht, es ist jenes welches wir zusammen in Geselschaft mit der Fontana in Triest gekauft //4 haben. Die Beiden darfst Du nicht vergessen, dazu zu thun.

Das ist Dich lieb habe, und daß es mir langweilich ist, weil ich nicht bey Dir bin, daß will ich Dir erst sagen, wenn ich einmahl höre, was Du sagst, O! ich könnte mehreres über dieses Thema sagen, will aber nicht um Dich zu straffen, weil Du nicht so brav bist als der Vater

 

[Deine] Pepi

 

An den guten Vater!

Ich Dancke dir herzlich für dein liebes schreiben wodurch du mir bewiesen hast, daß du bei allen deinen grösern Gescheften sich meiner fleisig erinerst, die beschreibung des Canari Vogel hat mich anfangs bein Lesen etwas besorgt daß er aus Vernachläsigung abgestanten wär[.] Wir befinden uns Gott Lob Gesund, welches ich von Dir bei nächster gelegenheit zu vornehmen wunsche[.] (W) as quartir betrift ist mir lieber der H. v. Walensperg als der H. Ledeneg weil er ihmer wegselt[.] Den Hern Terpintz ein Kuß dich Küse in Gedanken Vielemahl T. Z.

 

//Na 1. strani ob zgornjem robu// Den Thomas habe ich a Conto der Rückfahrt 2 ƒ M. M. gegeben.

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