Laibach am 24t Jully 1830

Mein Herzens Weibchen!

 Durch die Gütte des H. Gubernialrath v Kogl habe ich bereits Dein 4tes liebes Schreiben erhalten, ich muß Dich wirklich sehr loben, daß Du ganz nach meinem Wunsche fleißig schreibst, wo ich hingegen ob Mangel an Gelegenheiten leider dieß nicht thun kann, den viele gehen von da fort für die man gar nicht erfährt.

Sehr angenehm ich mir von Dir zu hören, daß Du dich sehr wohl befindest, gebe nur Acht mein Herzchen, daß Du dich nicht verkühlst u daß Du alles befolgst, was zu einer vollkommene Stärkung erforderlich ist, sey recht froh u munter, denn die Deinigen sind ja immer im Geiste bey Dir.

Hier gehet alles in gewöhnlicher Ordung, ich kann nicht viel abkommen indem ich selbst auf dem Comptoir491 bin, ich hoffe aber bis Montag den Fabriotti zurück, wo ich sodann mehr in Kaltenbrun werde seyn können, auch unten ist alles in Ordung, beym Stephansdorfer Zehend werden wir gut

Mahl das in Natura einbringen was solche bis Datto in Geld bezahlt //2 Vorgestern wurde hier ein schönes Schlachtstück unter den Thurn im Freyen aufgeführt, welches sehr nathürlich u gut ausfiell, mit H. Vater haben wir dasselbe besucht u viel Menschen angetroffen es war gut besezt, und die schöne Musick aus der Oper Kreuzfahrer ergötzte sehr angenehm im grünen. Auf Gestern Abend wurde ein großes Waßer Feuerwerk angesagt, allein wegen einigen eingetrettenen Hindernißen mußte solches auf einige Tage verschoben werden.

Das die Uranitzh einen Prinzen492 bekommen, wirst schon gehört haben, wem er aber gleich sieht weiß ich noch nicht. (Ü)brigens ist nichts besonderes hier vorgefallen.

Wahrscheinlich werde ich meine liebe Josephine nicht selbst abhollen können, indem mich die fatale Grundschätzung493 davon abhalten sollte, welche die nächste Woche dahier beginnt. Ich glaube am 1ten August den Dr Terpinz hinauf zu senden der Dein treuer Begleiter seyn soll und am 3ten August am Dienstag Früh reiset Ihr von dort ab. Sollte Dich aber nach freuen länger dort zu bleiben, wenn es vielleicht die //3 Umstände erheischen sollten, so berichte mir aber dieß etwas früher, u werde darnach den Doctor spätter hinauf schicken; überhaupt berichte mir aber den Zeitpunkt ? wann Moises über das rothe Meer ziehen wird, damit ich ihm jenseits erwarten kann, sehr lieb wäre mir wenn er einen anderen Weeg einschlagen möchte, auf den er gewißer in das gelobte Land gelangen könte, Geduld! vielleicht fällt ihm bald der gute Gedanke ein.

Am künftigen Montag reiset Dr Verbitz von hier dahin; baade ja recht fleißig und lasse mir ja keinen Tag mehr aus, denn es ist ja sehr schade darum. Künftige Woche werde ich Dir auch den Urbantschitsch hinauf schicken damit Du immer jemanden von unsern nähern Bekanten oben haben wirst. Die Ältern sind recht gesund u laßen Dich schönst grüßen.

Es umarmt Dich mit heißer Liebe im Geiste u küßt Dich von ganzen Herzen

 

Dein teuer Gatte

Fidelis

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