Kaltenbrunn am 28. Aug. Früh 7. Uhr 835.

Mein vielgeliebtes Weibchen!

Ich bedaure recht von Herzen, daß du heuer mit deinen Luft u Waßerbad durch das fortwährend schlechte Wetter gestört wirst, es ist auch wenig Aussicht zu einem beständigen Wetter indem der Barometter immer ungleiche Anzeigen macht, deßwegen ich Dir rathe Deine Sachen zusammen zu packen und zugleich mit den Herrmanishen abzureisen oder doch so, d[aß] Du am Samstag Abend ankommst. Hier sind einige kleinen Malheurs geschehen, die Marie ist von Bretzelnikischen Hund im vorbeigehen in den Fuß gebißen worden, der Gärtner ist stark krank, und die Mitza ist wie sie dem Gärtner //2 die Suppe trug von einen nach Ihr fahrenden Wagen umgeworfen und beschädigt worden, wobey aber der Schrecken am meisten geschadet hat, sie ist bereits den 5ten Tag im Bett, ich habe daher lauten Invaliden deßwegen ich mich nach den Gesunden mit Recht sehne. Die Kühe werden durch die Mayerin besorgt.

Der Regen macht uns wegen großen Waßer bey der Mühlbauthe Störrungen, doch haben wir zum Glück bey noch mittelmäßigen Waßerstand das Wasser gesperet.

Ich hoffe daß Deine Tage gerade vorüber seyn werden u leicht Nachhause fahren wirst. Alles übrige mündlich, Dein Dich bald zu umarmen hoffender, ganz verlaßener Mannerl

 

Fidelis

 

einen Kosch Buserl

von mir an Nina, u an Dich einen Heuwagen voll.

er Tini ist aber ein Lump, da er an mich sich gar nicht erinnert, viele Grüße an die

//3 NB. es folgen inliegend 20 f in B. N.664 für Bestreittung der gehabten Kosten Dein dich nochmahl innigst grüßenden Gatte.                                     Fidelis

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