Thurn am 27. Nov ‘839.

 Mein liebster Freund!

Was fangen wir an im vielen Regen? Die Hasen und Reh müssen sich nollens vollens vermehren, erstere fangen mir die Hunde ein, und leztere laufen bei Tage ums Schloß herum, mein Haiden befindet sich noch in der Harfe, und selbst Dein Bretter Transport konnte ich bis heute nicht absenden, und auch heute ist es so dunkel und regnet so heftig, daß ich Dir gegenwärtig um 2 Uhr Nachmittags, kaum zu schreiben sehe.

Du erhältst durch Stiern an 2 zölligen Brettern           20 Stück an lerchenen schwach ⁵⁄₄ zoll dicken – ˝ –         12

an fichtenen Scurt u Latisari – – –                                  25

und an Fußboden Brettern 3 Klft lang                      13

Zusammen also                            70 Stück

//2 (F)ür dein Frachtlohn beliebe mit Stiern1033 se[l]bst zu contrachieren er verlangt hier 5 ƒ – was mir jedoch zu hoch scheint auch habe die Gütte ihm das für mich vermahlen Haidermehl nebst dem uns zugehachten Sackel, Linse, welches wir rücklassen mußten, aufzupacken.

Die Höfleinen Marizhka1034 befindet sich seit unserer Rückkunft von Laibach krank, sie wurde von Gallfieber befallen, welches sie alle Nachmittage sehr stark hernimt, die Morgenstunden befindet sie sich wohl und ohne merklichen Fieber, jedoch imer ohne allee Eßlust, allein Nachmittags stellt sich heftiges Fieber mit starken Kopfschmerz und großen Durst ein, sie fühlt Brennen in der Brust, die Zunge wird angeschwollen und trocken, und in dieser Fieberhitze bekömmt sie Schwindel und Zittern aller Glieder, sie leidet sehr //3 viel, ihr Zustand ist nach der Aussage des Dr. Napreth zwar nicht lebens gefährlich, jedoch ist es vor 10–14 Tagen noch keine Hofung zur Genesung. Wir errinnern uns noch imer mit Vergnügen an die frohen Tage die wir in Kaltenbrun verlebten (es blitzt und donert so eben) unsere Kinderchen kammen recht wohlbehalten nach Hause, auch hat meiner Pepi die Luftänderung recht gut angeschlagen.

Nun quälen wir uns zu Hause mit etwas Langweille, kömmt doch im ersten schönen Wetter noch auf einige Tage zu uns – Dein Haiden wird ja hoffentlich schon abgedroschen, die Mühle gangbahr, und die Bäume gesezt sein, und hier haben wir Jäger, heuer noch so viel zu thun –– Ist Dein Wein schon, und glücklich angekomen, wie findest Du ihn? //4 der vom Gregorcheck in Loco Hoflein zu 8 x die Maß ist gut. Von mir und meiner Pepi sehr viele Grüße und Küße an Euch. (A)uch Jeanetto1035 und Pepza lassen der lieben Tetka und Strizhek die Hände küßen. Mit herrzlichster Begrüßung

Dein

Dich vielmahl küßende Freund und Vetter

JohNep Urbantschitsch

Nachdem unserer Köchin die Heirathelust verging, und wir dieselbe forthin behalten, so wird folgerungsreihe keine andere in Dienste genohmen.

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