Laibach den 8. Decembre

1826.

 

So eben bin ich aus der kleinen Geselschaft, bey Uranitsch, zurückgekehrt es ist zwar schon 10 Uhr, doch fühlte ich es dort auch, daß es so viel seyn mag, denn die Zeit war mir unendlich lange dort geworden, und meine Sehnsucht nach Dir gränzenloß, so daß ich Mühe hatte, es nicht zu sehr zu zeigen. Die Geselschaft bestand aus folgenden Mitgliedern; H. v. Schabaß,260 Hufnagel,261 Hann,262 die

//2 beyden Fräulen Jugovitz263, Hauptmann Hauck [et] Lori,264 ich und der Tini, und die heimischen, der Raab und Luschan265 spielten Karten mit dem Uranitsch.

Heute gleich nach Tisch, bin ich mit den Ältern [et] Bruder nach Kaltenbrunn gefahren, wo mir die Mühle (da ich sie früher nie so zusamengeräumt gesehen habe) sehr wohl gefiel, nur muß ich gleich morgen noch Bretten kauffen lassen, die abgängig sind.

Den ganzen Abend, dachte ich nach[,] wie Du den heutigen Tag wohl zugebracht haben mochtest? sogar der //3 fatale Gedancke, daß manchmahl Gelegenheit Diebe macht, beschäftigte mich einige Zeit, ––– doch habe ich, nebst des Vertraue[n]s auf Gott, ja auch das seelige Bewustseyn einen seltenen Gatten zu besitzen. ––– –– –– –– –– ––

Daß Du gesund bist hoffe ich, wir sind es auch alle, bis auf das, daß ich heute bedeutende Kopfwehe habe, und darum schließe ich auch schon, damit ich sie eher ausschlafen möchte.

Schlafe süß mein theurer Gatte.

Deine

Pepi

 

vertatur //4

Unsere Ältern grüßen Dich herzlich. Empfele uns alle bey Castagna, et Fontana, die Marie versichere meinen fortwährenden Liebe, doch sage ihr auch den Grund, weswegen ich ihr nicht schreibe.

Die Uranitsch laßt266 Dich grüßen, so (sie sagt zwar küssen) doch sie küßt mir alles zu gerne und das schieckt sich nicht. ––––

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