Meine geliebte Josephine!

 Früh 6. Uhr.

Laibach am 31t Jully 1830.

Dein leztes Schreiben erhielt ich durch Frl. Ruperth[,]aus welchen ich Deinen ausgedehntern Aufenthalt zu Vellach vernehme, u dieß auch ganz billige, indem Du geliebtes Weibchen mit Ernst an Deiner vollkommenen Stärkung arbeiten willst, ich bin sehr begierig, was ich für eine Riesin zurück erhalten werde. So wie ich Dich immer sehr lieb habe, will ich Dir auch dießmahl beweisen, daß ich durch Vorarbeit meiner Geschäfte jedoch Zeit gewinnen will, Dich mein Schäzchen am kommenden Donnerstag persönlich abhollen zu kommen, wo wir alsdann am Samstag am 7t Aug. von dort abfahren werden. //2

Vorgestern waren wir mit der Mama auf der Wiese Jeranza in Sostru, sodann fuhren wir in das Dorf Sadvor u spätter nach Kaltenbrunn, wo die Mama besonders Deinen sehr schönen Rittersporn513 bewunderte.

Vor zwey Tagen hatte ich große Gesellschaft in Kaltenbrunn, den H. Schätzungs Comisair N N von der Triangulirung, den H. Pfarrer Golob,514 u Posanner;515 dan Frau Mallitsch516 mit Tochter517 und der Frau Rosmann von Triest.

Gestern waren wir mit der Tini in Kaltenbrun wir baadeten in der Früh u wieder Nachmittag, indem der Laibachflus gar so warm war, wir haben sehr sehr warme Tage, in Italien ist die größte Dürre, u es soll der ganze //3 KukuruzErsez verlohren gehen; bey uns stehet aber der Heiden sehr schön. Ich habe viel zu thun, indem wir bereits in 3 Tagen schon über tausend Zenten Kuoppern in Kaltenbrunn verpackt, u abgesandt haben. Übrigens gehet alles in gehöriger Ordnung fort.

Gestern war auch die Instalirung des Dommprobsten Burger, H. Vater war auch zur Tafel geladen, u so mußte die Mama ganz allein bleiben. Lori518 treibe Ihr Spiell immer fort mit dem Grafen, u Pr. Rebitzh519 ist sehr aufgebrachte indem er ihm immer nachsteigen muß. Wir sind alle zusammen recht gesund, und wünschen ganz ein gleiches Dir an, wir glauben daß Du diese Woche sicher 2 Mahl des Tags baaden kanst. //4

Die Lushinische Suite ist immer in der Sternallee zu sehen, gestern soll ein ganzer Schwarm von jungen Leuten nachgezogen seyn. Die Rosenbachen Unterhaltung war das lezte Mahl in der Stern Allee aufgeführt, indem doch die Leute die nasse Luft die oben ist entdeckt haben. Morgen haben wir Feuerwerk.

Mein liebes Weibchen ist Dir was langweilig? (M)ir komt schon die Zeit Deines Ausbleibens ein bischen zu lang vor, überall vermiße ich meine gute Josephine, es ist doch gar so hübsch wenn Du stets bey mir bist, nichtwahr Engerl? Du wirst ja wieder zu mir kommen?

Von allen samt Doctor Grüße u Empfehlungen von Deinen Fidelis aber den he[r]zlichsten Kuß mein liebes liebes schönes treues Weibchen.

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