Laibach am 19ten Punkt 11 Uhr Morgens 1832.

Mein geliebtes gutes Weibchen!

 Empfange zu allererst mein herzlichsten innigsten Kuß, u vernehme, d[aß] ich gestern Abends um

Uhr glücklich in Laibach angekommen bin, obwohl ich wegen der schrecklich finstern Nacht von rusischen Kaiser530 aus unter den fürchterlichsten Blitzen u Krachen über eine Stunde lang fahren mußte, indem sich der Kutscher nur recht langsam zu fahren getraute. //2

Ich übersende Dir dein neues Kleid, Mieder, Kragen u noch ein weißes Kleid welches so eben die Schneiderin überbrachte, nebst den verschiedenartigen Spinngewebe für Krausen etc, etc.

Zuhause ist alles wohl. H. Vater u Bruder laßen Dich küßen, das neu erkaufte Pferd ist wegen seiner Leberverhärtung an den Verkäufer zurück gegeben worden, welches nach meiner Meinung ganz recht geschehen ist.

Das Kartandel531 mit Deinen Sachen mußte ich mitels Brancardwagen an H. Meßner nach Cilli

einsenden, durch deßen Gütte Du solches überkommst.

Ich wünsche, d[aß] meiner Pepinka das trefliche Bad recht gut, in jeder Hinsicht anschlagen //3 möchte, mir hat das einMahlige Bad gänzlich meine erwischten Halswehe gehoben.

Der schönen Freundin Fontana bitte meine Liebvolle Umarmung in Natura auszurichten u ein Paar hübsche Buserl für meine Rechnung zu geben. Übrigens empfehle ich mich der dortigen bekannten Gesellschaft aufs freundschaftlichste.

Ich küße mein liebes Weibchen innigst u bin ewig

Ihr wahrer Fidelis

 

Dem H. Seunig532 bitte zu sagen, daß seinen Maurern Kalk ausgegangen ist, u müßen um bis zu seiner Rückkunft die Arbeit einstellen; dem H. Kanz533 ist vorgestern seine Besitzung in

Rosenbach gestohlen worden, u auf H. Jallen534 warten schon seit 3. Tagen[.] 30. fuhren Insulaner mit

Subarendirungs-Getreid. (D)as Heu ist hier auf 2 f u Stroh auf 1 Gulden gestiegen.

 

Fidelis.

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